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Kommandant Carl Bareis schied im Jahre 1963 nach fünfzigjähriger Feuerwehrdienstzeit aus und übergab eine geordnete Wehr an Friedrich Schoch. Sein Adjudant blieb Ulrich Übele, neuer Stellvertreter wurde Richard Litterst. Unter deren Leitung und Bemühungen, in Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrausschuss, konnte der von Carl Bareis eingeleitete Umbau schließlich 1968 fertiggestellt werden.

Gleichzeitig erfolgte der Einbau einer zentralen Schlauchwerkstätte (ZSW). Wie zuvor sooft hatte es die Stadt, der Landkreis und das Land an kräftigen Zuschüssen nicht fehlen lassen. Die Feuerwehr Künzelsau hatte es auch zu keiner Zeit versäumt, dafür gebührend zu danken.

An Großeinsätzen sind analog zur Geschichte weiter zu erwähnen: Buchenbach, Hesselbronn, Weldingsfelden, Ailringen, Ziegelei Garnberg1962, Tessol Küàu, Unterer Railhof, Schlossbrand Langenburg, Altstadtbrand Öhringen 1963, Ingelfingen, Hornschuch 1965, Bühlerzimmern, Ingelfingen 1966, Hesslingshof, Bühlhof Autobrand m. 5 toten 1967, Großbrand Weißbach, Eschenhof, Berlichingen, Dauermichwerk 1968, Elsässer/Linke Künzelsau und Berlichingen1969. Hinzu kamen in den Jahren seit der Protokollierung bzw. seit der „Motorisierung“ der Weckerlinie hunderte von Kleinbränden und Hilfeleistungen. Ölschadensbekämpfung sowie Unfallrettung und Unfallbeseitigung kamen erst viel Später hinzu.

Vom 10. bis 13. Juli 1970 wurde vier Tage lang das 110 Jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Künzelsau gefeiert, mit Leistungswettbewerben woran 40 Gruppen teilnahmen, Feuerwehrgäste aus Reutte/Tirol, Füssen, Fürth und Urloffen waren anwesend.

Ein Umzug mit nahezu 2000 Feuerwehrleuten und 20 Festwagen sowie 7 Musikgruppen schmückte die Künzelsauer Innenstadt. Großangelegte Schauübungen mit Unterstützung des Roten Kreuzes und THW und Einsatz eines Bundeswehrhubschraubers aus Niederstetten begeisterte die Bevölkerung aus Nah und Fern.

Dem Leser kann das Ausfallen der 100 Jahrfeier durch den damaligen Aufbau der Wehr erklärt werden. Man konnte sich damals nicht dafür entscheiden, was die Geselligkeit nicht ausschloss.

Der harte Feuerwehrdienst verlangte sogar während des Festwochenendes einen Einsatz.

Das Jahr selbst begann mit einem Hochwassereinsatz vom 22.02 bis 24.04. im gesamten Stadtgebiet. Es folgten Großbrände in Oberkessach, Eberstal und Weigental sowie mehrere Kleinbrände und Hilfeleistungen.

Turbulenter war das Jahr 1972 mit Großbränden in Ingelfingen, Berlichingen (Feuerteufel), Kemmeten und Halberg sowie 18 weitere Brände und Hilfeleistungen.

Eingegliedert im Zuge der Gemeindereform wurden die seither selbstständigen Gemeinden Amrichshausen, Belsenberg, Gaisbach, Kocherstetten, Lassbach, Morsbach, Nitzenhausen und Steinbach.

Große Trauer bescherte nicht nur der Feuerwehr der tot des Ehrenkommandanten Carl Barreis, dieser verstarb im Alter von 77 Jahren und wurde unter großer Anteilnahme am 12. August beigesetzt.

Die Kreisreform verlangte ihren Tribut und griff bei der Feuerwehr auch auf das Verbandswesen ein. Die Auflösung des Kreisfeuerwehrverbandes erfolgte am Kreisfeuerwehrtag in Dörzbach wo 8 Jahre zuvor dessen Gründung stattfand.

Im gleichen Jahr wurde Kommandant Friedrich Schoch in seinem Amt bestätigt und Richard Litterst und Emil Jäger als dessen Stellvertreter.

1973 erfolgte in Niedernhall die Neugründung des Kreisfeuerwehrverbandes Hohenlohe mit Kreisbrandmeister Erhard Bach als Vorsitzender.

Zu Jahresbeginn trat erstmals die Gesamtfeuerwehr Künzelsau zum gemeinsamen Appell in einer Stärke von rund 300 Mann, bei einer Gesamtstärke von 354 Aktiven an.

Erstmals zu wählen war dabei der Stadtkommandant (Friedrich Schoch) und zwei Stellvertreter (Richard Litterst und Karl Steinemann).

Der Fahrzeugpark erfuhr auch im Jahre 1974 eine Veränderung, nachdem Stadt, Kreis und Land der Anschaffung eines neuen LF 16 und eines Schlauchwagens SW1000 zugestimmt hatten. Die Übergabe erfolgte am 06.07.1974. Beide Fahrgestelle von Daimler Benz und Aufbau erstmals von Ziegler. Das LF 16 sollte das alte Fahrzeug von 1957 ersetzen, während der Schlauchwagen mit 1000 Meter Schlauch zur Verbesserung der Ausrüstung zu sehen ist. Dieser Bewährte sich sogleich bei verschiedenen Großbränden mit weiten Wasserförderstrecken. Z.B. Aschhausen, Jagstberg, Schützenhaus Küàu, Berner Küàu, Kupferzell, Berlichingen und Buchenbach.

Gleich zu Beginn des Jahres 1975 wird Stadtbrandmeister Stellvertreter Richard Litterst aus gesundheitlichen Gründen verabschiedet. Sein Nachfolger wird Emil Jäger. Für die Abteilung Künzelsau wird Dieter Steinhilper neben E. Jäger als weiteren Stellvertreter gewählt.

Richard Litterst rief die Alterskameradschaft ins leben, hier sollen die „Pensionäre“ weiterhin Kontakt zur aktiven Mannschaft halten, denn wer kann von heute auf morgen vergessen was bis dahin „Lebensinhalt“ war....

Großeinsätze gab es in Heimhausen, Ziegelei in Garnberg, Hofratsmühle, Mangoldsall, Kupfer und Kemmeten sowie 8 Kleinbrände, 3 Hilfeleistungen und zwei Unfälle

 

Die Hauptversammlung des Jahres1976 fand erstmals in einer Teilgemeinde statt und zwar suchte man sich dafür die zu einer Turn- und Versammlungshalle hervorragend umgebaute Kelter in Kocherstetten aus. Kommandant Schoch, Bürgermeister Frenz und Kreisbrandmeister Uhlmann lobten den Einsatz ihrer Männer. Die Ausrüstung war nicht zu kritisieren und sah größere Anschaffungen nicht vor. Der Mannschaftsstand belief sich immer noch auf 342 Mann. Einsätze in Kemmeten, Rüblingen und Weißbach sowie 7 weiter, forderten die Wehr.

Große Beachtung und Anerkennung fand eine Großübung der Hohenloher Stützpunktwehren in Zusammenarbeit mit THW, DRK und Polizei in Gaisbach bei der Fa. Würth, an der sich 230 Mann beteiligten.

Das Jahr 1977 war wiederum angefüllt mit Großeinsätzen in Mäusdorf, zwei mal Amrichshausen und Ohrenbach. Überlandhilfe wurde in Mangoldsall und Kupferzell geleistet.

Darüber hinaus waren die Männer bei 10 Kleinbränden, 3 Hilfeleistungen, 6 Unfällen und einem Ölschadensfall zur Stelle.

Die Führung der Wehr hat sich auch 1978 nicht geändert, zumal Stadtkommandant Schoch und seine Stellvertreter Jäger und Steinemann bestätigt wurden. Die Abteilung Künzelsau hat Kommandant Schoch allerdings an Dieter Steinhilper abgegeben.

Aus einem Bericht war zu erfahren dass im zurückliegenden Jahr ein Gesamtschaden von Knapp 1 Mio. DM entstand, die geretteten Werte jedoch mit 5,65 Mio. DM dagegen standen.

1978 sollte die Feuerwehr mit Trauer erfüllen. Der langjährige stellvertretende Kommandant und ehem. Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Künzelsau, Richard Litterst, erlag am 5. Oktober einem Herzversagen.

Großrände gab es „nur“ in Mulfingen und Schlaierhof, dafür 5 Kleinbrände, 5 Hilfeleistungen, 4 Unfälle und ein Ölunfall.

In der wiederum in Kocherstetten stattfindenden Hauptversammlung am 21.01.79, über die besonderes nicht vor lag, wird der langjährige Adjudant Ulrich Übele verabschiedet. Er übernahm das seit dem Tode verwaiste Alterskameradschaft. Seine Dienste übernahm Karl Pommer.

In der Ausrüstung brachte ein Vorausgerätewagen (Range Rover) eine spürbare Verbesserung. Dieses Fahrzeug im Wert von ca. 84.000DM, allerdings mit rund 75% von Land und Kreis bezuschusst, wird besonders die Schlagkraft verbessern und wird später ergänzt werden durch einen noch zu beschaffenen Rüstwagen (RW2).

Wie die Berichterstattung zeigte, nehmen die Unfällen und Menschenrettung gegenüber den Bränden immer mehr zu. So zeigt das Jahr 1979 5 Unfälle und nur ein Großbrand, 7 Kleinbrände und 4 Hilfeleistungen.

In die Ausrüstung der Stützpunktwehr, aber auch in die einzelnen Abteilungen fließen immer mehr Mittel. So erhält Gaisbach wegen des stetig wachsenden Industriegebietes ein LF 8 und die Stadt den erwarteten RW2 im Gesamtwert von 320.000DM, die sich wiederum überwiegend Land und Kreis teilten.

Auch traf der Ölsanimat als Anhänger ein um bei Ölschadensfällen im gesamten Kreis hilfe zu leisten.

Einsätze gab es mit zwei Großbränden in Ingelfingen, PEKA Kü'au, Morsbach, Lagerhaus Kü'au, Mäusdorf, Weigental, Amrichshausen und Niedernhall sowie 12 Kleinbrände 5 Hilfeleistungen und 12 Unfälle und 4 Öl, wie lange nicht mehr.