Berichte > Chronik > 1926 - 1963

Die nächste Verbesserung war die Einrichtung einer Feueralarmleitung im Jahr 1928, an der jeder Weckerlinien-Angehörige angeschlossen und die bis zur heutigen Funkalarmierung in Betrieb war. Zuvor wurde der Alarm durch einen wachhabenden Schutzmann ausgelöst (Stadtpolizist Möger, Bellin, Schmezer). Die eigentliche Bewährungsprobe bestand die Magirus- Spritze schließlich im Jahr 1929 bei einem Großbrand in der damaligen Schuhfabrik Glenk & Co., dem heutigen Domizil der Feuerwehr. Damals und bei späteren Einsätzen wurde der Feuerwehr durch das Oberamt und die Württ. Gebäudebrandversicherungsanstalt mehrmals höchstes Lob ausgesprochen, was aus der Zeit nach dem Weltkrieg nicht berichtet werden konnte. Eine Änderung und Straffung der Disziplin war natürlich auch auf die Ausbildung einer Kernmannschaft zurück zu führen, die im Jahre 1927 unter Feuerwehrfeldwebel Kuhn von der Stuttgarter Berufsfeuerwehr erfolgte.

Im Teilort Garnberg wurde 1929 die Wasserleitung in Betrieb genommen und 14 Hydranten angeschlossen. Dadurch wurde die Löschwasserversorgung wesentlich verbessert. Die dortige Feuerwehr blieb bis 1931 weitgehend selbstständig. Im gleichen Jahr wurde erstmals für Garnberg auch Helme und Gurte angeschafft. Die Eingliederung in die Künzelsauer Wehr erfolgte zum 01.04.1932. Der damalige Kommandant Franz Löhlein wurde zum Zugführer bestellt. Zum gleichen Zeitpunkt wurde Carl Bareis zum stellvertretenden Kommandanten als Nachfolger von August Botsch gewählt.

Eine neue Epoche ist mit dem Regierungswechsel 1933 auch führ die Feuerwehr angebrochen. Es war nicht immer leicht, Feuerwehrdienst mit den Diensten NSDAP und ihrer Gliederung zu koordinieren. Manch einen der jüngeren Wehrmänner hatte das „Neue“ mehr gereizt. Der Dienst ging selbstverständlich geordnet weiter mit einem sogenannten „Führerrat“. Hinzu kam, das der neugegründete Reichsluftschutzbund als Hilfsfeuerwehr ausbildungsmäßig mitversorgt werden musste. Die damaligen Ausbilder waren Fritz Rögele und Ernst Gerst. Schließlich wurde 1938 die Feuerwehr zur Feuerschutzpolizei erklärt und damit dem damaligen Chef der Polizei Himmler unterstellt.

Im gleichen Jahr wurde die Freiw. Feuerwehr Nagelsberg durch die Eingemeindung eingegliedert. Kommandant Eugen Fünfer wurde Zugführer.

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges stellte die Wehr vor schwere Aufgaben, mussten doch die gesamte Führungsmannschaft und nahezu alle Männer im wehrdienstfähigen Alter zum Kriegsdienst. Mit dem bereits ausgeschiedenen August Botsch als Kommandanten und den noch aktiven Georg Frank und Fritz Rögele versuchte man, die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten. Ausgeschiedene Männer wurden wieder verpflichtet. Diese Situation besserte sich dann allmählich mit der Rückkehr der Weltkriegsteilnehmer. Gegen Schluss des Krieges war der Mannschaftsstand durch den Ausfall wiederrekrutierter älterer Männer und aufgrund weiterer Einberufung zum Wehrdienst erneut so stark abgefallen, dass 1944 noch eine Frauengruppe aufgestellt wurde, die durch den damaligen Gruppenführer Fritz Krätzer einen beachtlichen Ausbildungsstand erreichte und bei Einsätzen am Kriegsende hervorragend geschlagen hat. Mit dem Ende der Ära der Feuerschutzpolizei, begann im Frühjahr 1946 die Neuorganisation der Wehr, nachdem die älteren Kameraden wieder ausscheiden wollten und junge, aus dem Krieg zurückgekehrte Männer zu Verfügung standen.

Wenn es auch viele begeisterte Freiwillige gab, so musste anfänglich doch eine größere Anzahl von Feuerwehrpflichtigen einberufen werden. Davon ist der größte Anteil viele Jahre der Feuerwehr treu geblieben. Darauf konnte nunmehr der neue Kommandant , Architekt Carl Barais eine Feuerwehr aufbauen die bis heute seinen Stempel trägt, nämlich absolute Bereitschaft, Gehorsam und Kameradschaft, ohne die kein Einsatz erfolgreich sein könnte.


Das unverwüstliche, vollgummibereifte LF 24 und ein am Kriegsende von den Amerikanern zurückgelassenes, später einer Feuerwehr im Raum Heidelberg wieder zurückgegebenes LF8TS mit Vorbaupumpe und Tragkraftspritze war Basis, doch spielten die Hydrantenkarren und die „Ulmer Leiter“ im Stadtgebiet noch immer eine große Rolle. Die Grundausbildung kam aus dieser Richtung. So weiß man auch, dass vor dem Krieg kein Feuerwehrmann zur Weckerlinie kam, ohne vorher in der Gruppe von Emil Jäger seine Ausbildung an Steck- Haken und an der großen Ulmer Leiter absolviert zu haben. An Großeinsätzen fielen in dieser Zeit der Brand des Hotels Glocke 1946, gleichfalls die Feuertaufe der jungen Wehr , Großbrände in Mäusdorf und Eschelbach 1947 und der Schreinerei Frenz 1948. Dazwischen die Hochwasserkatastrophe vom 28.12.1947 bis 02.01.1948.


Mit dem Jahre 1948 und der Währungsreform begann gleichzeitig das Bemühen um modernere Fahrzeuge und Geräte. Während es bei den Berufsfeuerwehren bereits Fahrzeuge mit Wassertanks gab, befasste sich Industrie und freiwillige Feuerwehren erst nach der Währungsumstellung mit diesem Fahrzeugtyp. Kommandant Bareis und damals noch Kreisbrandmeister Botsch, aber auch Landrat Ehrler setzten sich von Anfang an für die Anschaffung eines TLF ein, sollte es doch ein wirksames Löschgerät für das gesamte Kreisgebiet sein. Entsprechend fiel auch die Entscheidung im Kreistag und der Zuschuss aus, für das Anfang 1949 bei Magirus bestellte und am 09.12.1949 ausgelieferte TLF 15.

Die Technisierung nahm ihren Lauf und so war es einfach an der Zeit, die gute alte „Motorspritze“ aus dem Jahre 1927 zu ersetzen. Das Land und der Landkreis gaben erneut Zustimmung und Geld in Höhe von 30.000DM für das 1957 in dienst gestellte Magirus Fahrzeug LF 16 im Gesamtwert von 47.000DM. Zur damaligen Zeit handelte es sich dabei um das modernste und zweckmäßigste Fahrzeug im Hohenloher Raum. Dieses Fahrzeug versieht bis heute noch Einsatzfähig seinen Dienst bei Oldtimerausstellungen.

In dieser Zeit gab es Großeinsätze in Hohenroth 1949, Hornschuch 1950, Beltersroth 1950, Halsberg 1952, Krautheim 1952, Hornschuch 1953, Gaisbach 1953, Waldenburg 1953, Bieringen 1945, Oberkessach 1955, Berlichingen 1955, Hornschuch 1955, 1956 Eberbach (Großbrand u. Holzbrücke), Aschhausen, Neuenstein, Kupferzell, Stachenhausen u. Lipfersberg 1957, Tierberg 1958 und Falkenhof 1959.


Für das an anderer Stelle erwähnte „Findelkind“ kam im Jahre 1959 ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/TS mit Vorbaupumpe zum Preis von 23.000DM bei entsprechenden Staats und Kreisbeihilfen. Es handelte sich um ein Opel Fahrgestell mit Magirus Aufbau. Durch die sich stark fortsetzende Motorisierung und durch den beträchtlich zunehmenden Einbau von Ölfeuerungsanlagen in Industrie, Gewerbe und Haushalt hatten auch die Gefahren beim Transport und bei Lagerung immer mehr zugenommen und in Folge Schäden und Unfälle verursacht. Zur besseren Bekämpfung kam dafür 1965 ein „Ölfahrzeug GW 1“ von der Fa. Ziegler. Gleichzeitig traf ein zweites, verbessertes und vor allem motormäßig stärkeres Tanklöschfahrzeug TLF 16 und zwar erstmals ein „Daimler-Benz“ mit Bachert Aufbau ein. In den Anschaffungen zeigte sich der wirtschaftliche Aufschwung allgemein und in Stadt und Kreis Künzelsau im besonderen sehr deutlich. Denkt man an die früheren Machtkämpfe, wenn es um Beschaffungen der Feuerwehr ging, so flossen jetzt von der Stadt und dem Landkreis die Mittel wesentlich leichter und auch das Land Ba-Wü geizte nicht mit Staatsbeiträgen, wenn es um Dinge der Feuerwehr ging. Oftmals halfen damals noch Sonderprogramme.

So wurde 1969 ein zweites Tanklöschfahrzeug TLF 16, ebenfalls von Bachert, als Ersatz für das Nachkriegs TLF 15. Der für die damalige Zeit respektable Fahrzeug und Gerätepark zwang nunmehr ernstlich zu Überlegungen wegen der Unterbringung, denn bis jetzt stand ja immer noch nur das im Jahre 1882 erbaute Gerätehaus zu Verfügung, dessen Höhe zu nieder und die Tore zu schmal waren. Ein schnelles Ausfahren oder gar Einsteigen im Gerätehaus war nicht mehr möglich.