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31.01.15 11:43 Alter: 3 yrs

Einsatzbericht: Brand Fa. Würth Elektronik, Niedernhall

Kategorie: Gesamt

 

Am 27.12.2014 um 0:30 Uhr wird der Löschzug der Abteilung Künzelsau zu einem Brand in einem Produktionsgebäude bei der Firma Würth Elektronik nach Niedernhall alarmiert.

Die zuvor durch die Brandmeldeanlage alarmierte Feuerwehr Niedernhall hat bei der Erkundung einen bereits weit vorangeschrittenen Brand im Gebäude und auch im Außenbereich entdeckt und sofort die FF Weißbach und die Stützpunktwehr Künzelsau nachgefordert. Der Künzelsauer Kommandant meldet bereits auf der Anfahrt "Offenes Feuer aus Dach, Anfahrt auf Sicht" und lässt zusätzlich ein weiteres Löschgruppenfahrzeug (LF16-TS) und den Gerätewagen Transport mit 2.000 Meter Schlauch zum Aufbau einer Wasserversorgung vom nahen Kocher abrücken. Ebenso wird die Führungsgruppe Kochertal angefordert.

Beim Eintreffen des Löschzugs aus Künzelsau stellt sich die Lage wie folgt dar: Brand im Produktionsgebäude, Feuer tritt bereits massiv durch das Dach. Eine Brandbekämpfung im betroffenen Gebäudeteil ist nicht mehr möglich. Oberstes Ziel ist die Ausbreitung auf weitere Gebäude (Verwaltungsgebäude und die weitere Produktion) zu verhindern.

Die Künzelsauer Drehleiter und das Tanklöschfahrzeug gehen auf der Rückseite des Gebäudes in Stellung. Mit dem Monitor der Drehleiter wird der Brand von oben bekämpft. Atemschutztrupps versuchen einen Innenangriff, welcher aber aufgrund der enormen Hitzeentwicklung erschwert wird. Zusammen mit der Feuerwehr Weißbach gelingt es in vorbildlicher Zusammenarbeit und unter großen Anstrengungen eine Ausbreitung auf das angrenzende Verwaltungsgebäude zu verhindern. Hierbei wird auch Schaum als Löschmittel eingesetzt.

Die Besatzung des Löschgruppenfahrzeugs unterstützt die Feuerwehr Niedernhall an der Vorderseite des Gebäudes und kontrolliert die vom Feuer noch nicht betroffenen Teile der Produktion und der darüber liegenden Büros. Der Versuch im Inneren des Gebäudes an das Feuer zu gelangen und eine Brandbekämpfung zu starten scheitert durch das offene Feuer aus dem Dach und die weitere Ausbreitung des Feuers in der darunter liegenden Produktion. Noch während die Trupps im Gebäude sind geben die Doppelböden mehrmals nach, so dass aus Sicherheitsgründen nur der Rückzug bleibt.

Der Künzelsauer Gerätewagen Atemschutz kommt aufgrund der Masse an eingesetzten Atemschutzgeräten ebenfalls zum Einsatz. Leere Flaschen werden in der Werkstatt in Künzelsau wieder befüllt und in einem Pendelverkehr wieder an die Einsatzstelle verbracht. Ebenfalls wurde die Atemschutzverstärkung der Feuerwehr Künzelsau alarmiert um weitere Atemschutzgeräteträger zu haben.

Das weitere Löschgruppenfahrzeug und der Gerätewagen Transport fahren zu einer ca. 300 m entfernten Wasserentnahmestelle am Kocher und legen die ersten 4 B-Leitungen zur Versorgung der Einsatzstelle mit Löschwasser. Diese Zahl wird sich im weiteren Verlauf auf 7 B-Leitungen erhöhen. Weitere benötigte Pumpen kommen von den Feuerwehren Ingelfingen und Forchtenberg.

Die Feuerwehr Forchtenberg zieht sicherheitshalber eine Ölsperre in den Kocher ein, um mögliche Verunreinigungen durch das Löschwasser im Kocher aufzuhalten. Die ebenfalls alarmierte Untere Wasserbehörde gibt hier aber schnell Entwarnung. Ebenso die Messungen möglicher Schadstoffe des Erkundungskraftwagens der Feuerwehr Öhringen verlaufen negativ, so dass trotz Warnungen im Radio Fenster und Türen geschlossen zu halten keine Gefahr besteht.

Trotz des massiven Löschangriffs und Wasser- und Schaumeinsatzes mit über 5.500 Litern pro Minute über mehrere Stahlrohre und den ebenfalls zwischenzeitlich alarmierten Drehleitern aus Öhringen und Krautheim kann das Produktionsgebäude nicht gehalten werden und der Brand wandert im Produktionsbereich durch das gesamte Gebäude und führt letztlich auch zum Verlust der darüber liegenden Büroteils. Das Feuer kann auch aufgrund der fehlenden Grundlage nun eingedämmt und bis auf immer wieder aufflackernde Glutnester gelöscht werden.

Gegen 7.00 Uhr erfolgt eine Lagebesprechung mit der Klärung des weiteren Verlaufs und der Ablösung der eingesetzten Arbeiten. Bis auf die Künzelsauer Drehleiter, Tanklöschfahrzeug und der zur Ablösung alarmierten Abteilung Gaisbach verlassen alle anderen Einheiten den Einsatzort. Immer wieder flackern Glutnester auf die bekämpft werden müssen, auch macht den Kräften der einsetzende Schneefall zu schaffen. Die Feuerwehr Weißbach löst gegen 12.30 Uhr die Künzelsauer ab. Die Drehleiter verlässt mit Schichtbeginn der Feuerwehr Niedernhall gegen 17.30 Uhr die Einsatzstelle.

Die Einsatzleitung wird bis in den Vormittag durch die Führungsgruppe Kochertal mit ihrem Einsatzleitwagen unterstützt. Die Führungsgruppe organisiert die Logistik und Anforderungen. So werden Bereitstellungsräume, Verpflegung der Einsatzkräfte, Anforderungen und Lagebesprechungen vorbereitet und organisiert.

Neben den Kräften der Feuerwehren aus Niedernhall, Forchtenberg, Ingelfingen, Künzelsau, Krautheim, Öhringen und Weißbach sind der Kreisbrandmeister, Bezirksbrandmeister, Polizei, Kriminalpolizei, das Deutsche Rote Kreuz, Landrat, Bürgermeister, Untere Wasserbehörde, Statiker, EnBW, Gasversorger und Firmenvertreter vor Ort.

 

Kräfte insgesamt:

180 Feuerwehr, 30 DRK, 10 Polizei

davon Feuerwehr Künzelsau mit 11 Fahrzeugen und 61 Mann