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16.10.12 12:14 Alter: 5 yrs

Eine Fahrzeugübergabe, die nicht alltäglich ist

Kategorie: Gesamt

 

Während in der Künzelsauer Innenstadt der diesjährige Neuwagenmarkt stattfand, feierte auch die Feuerwehr zwei neue Fahrzeuge in ihrem Bestand. Bei einem normalen Autohaus kann man diese allerdings nicht kaufen. So begrüßte Stadtbrandmeister Thomas Böhret die zahlreichen Gäste vor der Feuerwache auch zu einer nicht ganz alltäglichen Fahrzeugübergabe, wie er es nannte. Der neue Gerätewagen-Transporter und eine neue Drehleiter standen dabei im Mittelpunkt. Der Korb der Drehleiter wurde ganz praktisch in Bodenhöhe zum Rednerpult. "Solche Fahrzeugübergaben gibt es selten, was Größe und Art der Fahrzeuge betrifft", sagte Thomas Böhret. Der Gerätewagen Transport ist weit mehr als ein reiner Schlauchwagen. Die Feuerwehr muss heute für vielfältige Einsätze gerüstet sein, von Bränden bis zu Naturereignissen. Das Fahrzeug ist daher unter anderem auch mit einem Kran ausgerüstet. Die neue Drehleiter hat einen Motor mit beinahe 300 PS und ist mit einer Leiter von 30 Metern Länge ausgestattet. Sie verfügt über einen fest eingebauten Schlauch mit Wasserwerfer-Funktion.

 

"Feuerwehrfahrzeuge dürfen nicht als Spielzeuge für große Jungs angesehen werden", sagte der Kreisbrandmeister. "Sie sind wichtig für die Sicherheit der Bevölkerung." Dazu gehört auch die umfassende Einweisung und Schulung der Fahrer und der Feuerwehrleute für die Einsätze damit. "Im Jahr 2006 hat der Gemeinderat eine Feuerwehrkonzeption neu beschlossen", erläuterte Bürgermeister Stefan Neumann den Hintergrund der Investitionen.

"Drei Millionen Euro wurden damit bereit gestellt, um die Feuerwehr zeitgemäß auszustatten und einsatzbereit zu halten." Mit Zuschüssen vom Kreis und vom Land konnte jetzt die Anschaffung der neuen Fahrzeuge realisiert werden. Der Gerätewagen-Transporter kostete rund 230.000 Euro, das Drehleiter-Fahrzeug sogar 555.000 Euro. Bürgermeister Stefan Neumann dankte ausdrücklich dem Gemeinderat für seine Unterstützung. "Ohne das Engagement des Gemeinderates, der hinter der Feuerwehr steht, geht es nicht", sagte er.

Als Vertreter des Hohenlohekreises unterstrich auch Dezernent Gotthard Wirth die Bedeutung der Feuerwehr. "Der Kreistag steht zur Unterstützung der Stützpunktfeuerwehren", sagte er. Die Fahrzeuge können bei Bedarf auch für den Einsatz in anderen Gemeinden angefordert werden. Der Landtagsabgeordnete Arnulf Freiherr von Eyb wies darauf hin, dass der Hohenlohekreis der einzige Kreis in Baden-Württemberg sei, in dem alle Wehren auch eine Jugendfeuerwehr haben.

In einer ökumenischen Feier mit musikalischer Umrahmung durch den Posaunenchor Kocherstetten nahmen der evangelische Dekan Dr. Friedemann Richert und der katholische Pfarrer Erhard Nentwich die Segnung der Fahrzeuge vor. Pfarrer Nentwich verlas den 23. Psalm und Dr. Richert hatte für seine Lesung einen Bibeltext aus dem 1. Buch Moses gewählt, in dem Jakob im Traum die Himmelsleiter erscheint.

Nach dem offiziellen Teil gab es für die Besucherinnen und Besucher noch ausgiebig Gelegenheit, sich beim Tag der offenen Tür die Feuerwache anzuschauen und sich über die Arbeit der Feuerwehr zu informieren