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10.04.11 12:40 Alter: 7 yrs

Eine Wochenende ganz im Zeichen des Autos

Kategorie: Gesamt

 

Parallel zum 33. Künzelsauer Gebrauchtwagenmarkt stand auch bei der Feuerwehr Künzelsau das Auto im Mittelpunkt. In zweitägigen Fortbildung brachten sich über 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr Künzelsau auf den neuesten Stand der aktuellen Fahrzeugsicherheitstechnik und Rettungstechniken.

Am Freitag Abend erklärte Lutz Bednarek, ehemaliger Stellvertretender Abteilungskommandant der Abteilung Künzelsau und Werkstattmeister der Fa. Auto Löwen, die verschiedenen Airbagsysteme und aktiven Sicherheitseinrichtungen die in den aktuellen Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Für die Feuerwehr können nicht ausgelöste Airbagsysteme bzw. einzelne Komponenten Gefahren und Hindernisse bei der Rettung darstellen. Lutz Bednarek konnte den Feuerwehrleuten hier wertvolle Hinweise und Tipps geben und auch den einen oder anderen Mythos entkräften.

Samstags konnten unter Anleitung von Joachim Völkel, Ausbilder im Rescue Team des Rettungsgerätehersteller Weber Rescue Systems und Martin Setzer (Kreisausbildungsleiter des Roten Kreuzes im Landkreis Schwäbisch Hall) verschiedene Rettungstechniken an mehreren Unfallfahrzeugen praktisch erprobt werden. Die Besatzung der Rettungswache Künzelsau und der Diensthabende Notarzt nahmen am Samstag Vormittag ebenfalls an der Weiterbildung teil.

Im Ernstfall entscheidet der Notarzt, wie schnell bzw. auf welche Art ein verunfallter Patient aus dem Fahrzeug befreit werden soll. Man spricht hier von der patientengerechten Rettung. Die Feuerwehr hat neben der Durchführung der Rettungsarbeiten auch die Aufgaben der Fahrzeugsicherung und Sicherstellen des Brandschutzes. Da nicht jeder Unfall gleich verläuft unterscheidet man in Unfallfahrzeugen in Normallage (auf den Rädern), Seitenlage oder Dachlage. Je nach Ausgangslage kann sich die Rettung eines Patienten als sehr aufwendig und langwierig gestalten.

Ein erster Teil der Praxis befasste sich mit den Sicherungstechniken zur Stabilisierung der verunfallten Fahrzeuge und des Patienten. Neben dem klassischen Unterbaumaterial, wie Holz, Keilen oder StabFast-System (spezielle Stützen mit Spanngurten), wurden auch Alternativen mit Steckleiterteilen, Spanngurten und Schläuchen zur Stabilisierung der Fahrzeuge erprobt. Durch die Stabilisierung bzw, Abstützung wird das Fahrzueg im Ernstfall für die weiteren Rettungsarbeiten vorbereitet.

Im Zweiten Teil wurden neben klassischen Spreiz- und Schneidtechniken zur Rettung, auch Reißtechniken oder das Crossramming (Auseinanderdrücken mit Rettungszylindern) geübt. Modernere Fahrzeuge sind im Bereich der Säulen und Schweller mit den verschiedensten Materialien so verstärkt, dass das Schneiden nicht mehr möglich ist. In diesen Fällen kommen Reißtechniken mit Rettungszylindern oder dem Spreizer zum Einsatz um die Verbindungen zwischen Säulen und Dach zu lösen. Beim Crossramming werden Fahrzeugteile mit Hilfe von Rettungszylindern auseinandergedrückt um mehr Platz zur Rettung zu schaffen.

Der Fortbildungstag endete gegen 16:00 Uhr nachdem insgesamt fünf PKWs sprichwörtlich zerlegt waren.

Die Feuerwehr Künzelsau bedankt sich für Unterstützung an diesem Ausbildungswochenende bei Weber Resuce Systems. Lutz Bednarek (Fa. Auto Löwen), Joachim Völkel (Weber Rescue Systems), Martin Setzer (DRK Schwäbisch Hall) die als Ausbilder zur Verfügung standen sowie den Autohäusern Müllerschön, Westernach, und Auto Walter, Künzelsau, für die Bereitstellung mehrerer Unfallfahrzeuge.