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30.09.09 08:12 Alter: 8 yrs

Sonderdienst - Retten aus Tiefen und Höhen

Kategorie: Gesamt

 

Fotos: Feuerwehr Künzelsau

Am 23.09. und am 27.09.09 führte die Feuerwehr Künzelsau Abteilung Stadt einen Dienst der besonderen Art durch. Geleitet wurde dieser Dienst von Thomas Wagner, Künzelsau. Herr Wagner war jahrelang in seiner alten Heimat als Bergretter und Luftretter tätig, ebenso im Rettungsdienst, und konnte so mit geballtem Wissen und einer Menge Know-How den Kameraden den ein oderanderen wichtigen Tipp bei dieser speziellen Art der Rettung mit auf den Weg geben.

Am Mittwoch den 23.09. begann der Dienst um 19 Uhr in der Feuerwache in Künzelsau mit einer Stunde Theorie. Hier wurden die für die Feuerwehr zur Verfügung stehenden Gerätschaften nochmals durchgesprochen und somit auch die Einsatzgrenzen definiert.

Das es bei der Kletterei nicht ohne Knoten geht, konnte und musste man auch hier wieder feststellen und so versuchten sich die Teilnehmer am Anlegen von sogenannten Absturzsicherungen sowie anspeziellen Knoten wie den Achterknoten, den Halbmastwurf und den Schleifknoten.

Nach dem die Knoten ausgiebig geübt wurden ging es gegen 20.30 Uhr in den Feuerwehrhof um das vorher in der Theorie geübte in die Praxis umzusetzen. Leider wurden wir während der Theorie Stunde zu einem Brandmeldealarm in die Innenstadt gerufen wodurch wir zeitmäßig etwas ins Straucheln gerieten.

Das aus dem Spaß beim üben der Knoten jetzt Ernst wurde, merkten die Feuerwehrkameraden als es auf den Funkturm ging. Hier bildete eine Gruppe die erste Station der praktischen Übungen, und lies sich in ca. 10 Meter Höhe langsam wieder auf der Boden herunter. Zwischen drin wurde der „Kletterer“ von einem Kameraden auf der Plattform des Turms mittels Schleifknoten gesichert um in einer Höhe von ca. 5 Meter Arbeiten ausrichten zu können.

Die 2. Gruppe beschäftigte sich mit dem Rollgliss. Das Rollgliss ist ähnlich aufgebaut wie ein Flaschenzug und wir von der Feuerwehr bei speziellen Rettungsarten verwendet. Hier diente das Rollgliss z.B. um einen Retter in ein Silo abzulassen um diesen später mit der Verunfallten Personwieder aus dem Silo zu retten. Wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten dieses Gerätes ist wurde hier wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Der erste Tag ging um ca. 22.30 Uhr zu Ende. Im Anschluss wurde das Erlebte mit dem Lehrgangs-Leiter noch diskutiert. Für alle Beteiligten ein gelungener erster Abend.

Am Sonntag, den 27.09.09 ging es für die Teilnehmer um 09.00 Uhr in der Feuerwache los. Gemeinsam mit dem Lehrgangs-Leiter und den benötigten Fahrzeugen ging es Richtung Scheurachshof. Nach dem Beseitigen mancher sinnlos geparkter Fahrzeuge im Holderrain konnten wir den oberhalb des Kleb´s die fiktive Einsatzstelle erreichen. Angenommen wurde der Absturzeines Waldarbeiters. Um die Situation für die Mannschaft noch etwas komplizierter zu gestalten war der Fuß des Arbeiters unter einem Baumstamm eingeklemmt. Eines war den Beteiligten sofort klar– ohne ausreichende Sicherung würden sich die Retter in eine lebensbedrohenden Situation bringen. Deshalb wurden von Anfang an die Absturzsicherungen angelegt. Der erster Retter wurde mit Verbandsmaterial zum Verunglückten hinunter gelassen um die Lage zu erkunden. Die Rettungsaktion kam langsam in Gang und schließlich arbeitete die Mannschaft Hand in Hand - aber immer unter dem kritischen Blick von Thomas Wagner. Nach Befreiung des Fußes wurde der Verletzte mittels einer Schleifkorbtrage und dem Rollgliss wieder in den sicheren Bereich gebracht wo ihn im Realfall der Rettungsdienst versorgen würde.

Am Ende der geglückten Übung hatten die Teilnehmer noch die Möglichkeit sich mit demLehrgangs-Leiter vom oberen Teil des Kleb´s bis zum Kocherufer abseilen zu lassen. Mit Sicherheitfür den ein oder anderen ein beeindruckendes Erlebnis. Im Anschluss an die Aufräumarbeiten fandin der Feuerwache noch eine Nachbesprechung statt um anschließend Fragen letztendlich nicht imRaum stehen zu lassen. Alle Beteiligten waren sich einig – dieser Dienst war notwendig undinteressant und informativ zugleich. Klar war aber auch, man würde das Gelernte in relativ kurzerZeit wieder auffrischen müssen.

Abschließend Möge sich der Ein oder Andere jetzt die Frage stellen - warum dieser Aufwand?

Letztes Jahr hatte die Feuerwehr Künzelsau innerhalb von 3 Tagen jeweils 1 Waldarbeiter aus einersteilen Hanglage retten müssen. Ebenso im Sommer diesen Jahres als 2 Jungendliche im steilen Hang im Kleb abgestürzt waren und schwer verletzt gerettet werden mussten. In welch fataler Lage sich diese Zwei befanden wurde den Retter erst am zweiten Schulungstag klar, als man das Gelände am Seil hängend bei Tageslicht sah. Hier bestand nicht nur Gefahr für Leib und Leben der Geretteten sonder auch für das der Retter. Um Beiden in einer solchen Lagen mehr Sicherheit zubieten wurde dieser Dienst notwendig.

Ein großes Lob und ein großes Dankeschön an dieser Stelle nochmal an den Lehrgangs-Leiter Thomas Wagner der den Dienst mit viel Mühe vorbereitet hat, und uns sehr viel Wissen vermittelnkonnte.

Teilnehmer - Angehörige der FF Künzelsau Abteilungen Künzelsau, Gaisbach, Kocherstetten und Laßbach