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30.11.08 17:59 Alter: 9 yrs

Feuerwehr Künzelsau übt den Ernstfall

Kategorie: Gesamt

 

„Einsatz für Florian Künzelsau - unklare Rauchentwicklung!“ lautet die fiktive Einsatzmeldung für den Löschzug der Abteilung Stadt. Als Einsatzort entpuppt sich das ehemalige P&K Gebäude in der Keltergasse. Das Gebäude wurde vor geraumer Zeit von der Stadt Künzelsau gekauft und steht seit ein paar Monaten leer. Ein geeignetes Objekt um den Ernstfall vorzutäuschen.

Dicke Rauchschwaden bannen sich ihren Weg aus den Fenstern des Gebäudes. Das erste Fahrzeug verlässt die Feuerwache in Richtung Einsatzort mit Zugführer Steffen Hornung. Er hat die Aufgabe sich innerhalb kürzester Zeit eine Überblick über die noch unklare Lage im und um das Übungsobjekt zu machen und seiner Mannschaft entsprechende Aufgaben zuzuweisen.

Aufgeregt berichtet ein Bewohner es wäre noch mehrere Personen im Gebäude. Sofort fordert Steffen Hornung das erste Fahrzeug direkt an die Einsatzstelle. Hier erhält der Fahrzeugführer Tobias Stein seinen Auftrag „Menschenrettung - mehrere Personen vermisst. Aufenthaltsort unbekannt.“

Unter schwerem Atemschutz, einem C-Rohr zum Eigenschutz und einer Wärmebildkamera macht sich der 1. Angriffstrupp auf den Weg ins Gebäude. Um die zeitliche Abfolge während der Übung so reell wie möglich zu halten, werden die Fahrzeuge erst nach einer gewissen Zeit und in unregelmäßigen Abständen Richtung Einsatzstelle abgerufen. „So möchten wir feststellen wo es bei einem solchen Großschadensereignis klemmt und was wir beim Ablauf optimieren können und ändern müssen!“ so Thomas Böhret Abt. Kommandant der Abteilung Stadt. Schnell kommt die ganze Übung ins Rollen. Die Drehleiter der Feuerwehr Künzelsau wird in Stellung gebracht um die Einsatzstelle auszuleuchten und die nah an das Brandobjekt angrenzenden Gebäude durch den Einsatz von Wasser durch das Wendestrahlrohr zu schützen. „Das ist in der eng bebauten Innenstadt von Künzelsau immer ein Problem, und deshalb wird hier auch ein besonderes Augenmerk daraufgelegt“ so Thomas Böhret.

Auf der Westseite wird ebenfalls ein wasserführendes Fahrzeug in Stellung gebracht um das erst vor kurzem in Dienst gestellte LF 20/16 und dessen Mannschaft bei der Menschenrettung zu unterstützen. Da die Wasserversorgung über das Wassernetz in den Gemeinden Baden-Württembergs nur bis zu einem gewissen Maße ausgelegt ist, muss an eine Wasserversorgung vom Kocher über die Hauptstraße bis in die Keltergasse gedacht werden. Hierzu sind das LF 16-TS und der SW 1000 beauftragt worden.

Um die Lage und die daraus resultierenden Aufgaben leichter bewältigen zu können, wird die Führungsgruppe Kochertal zum Übungsgeschehen hinzugezogen. Sie hat die Aufgabe den Funkverkehr auf dem Feuerwehrfunkkanal und den Einsatzleiter bei seiner Aufgabe zu entlasten. Zudem übernimmt sie organisatorische Aufgaben die zwangsläufig bei einem Ereignis in dieser Größenordnung anfallen können. Die Führungsgruppe Kochertal wird von der Feuerwehr Künzelsau geleitet und besteht aus Mitgliedern der Feuerwehren Künzelsau, Ingelfingen und Kupferzell.

Nach und nach werden immer mehr Atemschutzgeräteträger ins Gebäude geschickt um ihre Kameraden bei der Rettung der aufgefundenen Personen zu unterstützen und den Brand unter Kontrolle zu bringen. Nach Rücksprache mit seinen Abschnittsleitern Steffen Hornung und Steffen Landwehr entscheidet sich Thomas Böhret die interne Künzelsauer Atemschutzschleife nach zu alarmieren. Diese Gruppe besteht aus Atemschutzgeräteträger der Gesamtfeuerwehr Künzelsau die normalerweise nicht in den Dienst der Abteilung Stadt und Abteilung Gaisbach integriert sind. Bei Großschadensereignissen können somit auf „Knopfdruck“ weitere benötigte Feuerwehrangehörig alarmiert werden, die sich dann nach eingehen des Alarms innerhalb einer relativ kurzen Zeit an der Feuerwache einfinden und von dort an die Einsatzstelle gebracht werden.“ Das gibt uns die Sicherheit relativ schnell auf weiteres qualifiziertes Personal zurückgreifen zu können!“

Nach einer Stunde wird über den Funkkanal das Einsatzende durchgegeben. Alle Schwierigkeiten die der Mannschaft von den Initiatoren der Großübung gestellten wurden, wurden abgearbeitet.

Eine anschließende Nachbesprechung fand dann in der Feuerwache Künzelsau statt. Hier wurde der Sachverhalt der Übung nochmals erklärt und über entstandene Schwierigkeiten diskutiert. Alles in allem eine rundum gelungene und interessante Übung.

Besonderen Dank gilt der Jugendfeuerwehr Künzelsau die wieder mal ihr schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt hatte und die vermissten Personen gespielt hat. Der Stadt Künzelsau für das zur Verfügung stellen des Übungsobjektes. Zudem den Künzelsauer Anwohnern rund um das Areal die die Übung mit viel Verständnis und Toleranz zu Gunsten Ihrer künftigen Sicherheit ertragen hat.