Berichte > Archiv
04.05.08 14:03 Alter: 10 yrs

Atemschutzsonderdienst Wärmebildkamera

Kategorie: Gesamt

 

Zum zweiten Mal traf man sich am 3. Mai um 9.00 Uhr zu einem Sonderdienst für alle

Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Künzelsau. 14 Feuerwehrangehörige aus mehreren Abteilungen nahmen an der Fortbildung zum Einsatz der Wärmebildkamera teil.

(8 Abt. Stadt , 3 Abt. Morsbach, 2 Abt. Kocherstetten, 1 Abt. Gaisbach).

Das Thema in diesem Jahr lautete - „Fortbildung: Einsatzgrundsätze und Einsatzmöglichkeiten der Wärmebildkamera“.

Vorbereitet und geleitet wurde der Dienst von Wolfgang Hornung (stellv. Stadtbrandmeister und Ausbilder für Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Künzelsau). Verwendet wurden Ausbildungsunterlagen der Feuerwehren in Bayern da es vergleichbare Unterlagen für die Feuerwehren in Baden Württemberg nicht gibt.

Die Wärmebildkamera ist ein Gerät um die Wärmestrahlung mittels Kontrastbild darzustellen. Somit sind Gegenstände, Personen oder auch andere Wärmequellen gezielt erkennbar. Um dem Bediener der Kamera das Abschätzen der Umgebungstemperaturen zu erleichtern, wird ab einer Temperatur von ca. 160 Grad der Bereich in dem die Temperatur herrscht, über den Kamera internen Monitor farbig dargestellt. Da die Wärmebildkamera auch sehr kleine Temperaturunterschiede noch erfassen kann, kann man dieses System auch zur Personensuche in verrauchten Räumen gezielt einsetzen.

Bei den Feuerwehren Künzelsau und Öhringen werden schon seit Jahren Wärmebildkameras eingesetzt um Brände schneller und effizienter unter Kontrolle zu bekommen, Glutnester gezielt ab zu löschen, Flüssigkeiten (z.B. Öl, Gefahrstoff) auf Gewässern zu lokalisieren, aber vor allem, so betonte Wolfgang Hornung - um dem Atemschutztrupp die Suche von vermissten Personen in verrauchten oder brennenden Räumen zu erleichtern und somit deren Überlebenschancen deutlich zu erhöhen.

Auch im industriellen Bereichen wird die Wärmebildkamera heutzutage eingesetzt. Werner Hannemann hatte eine Modell dabei das bei der Firma Ziehl-Abegg eingesetzt wird. Somit war es den Teilnehmern möglich die Vor- und Nachteile der Modelle im direkten Vergleich festzustellen. Das Modell der Firma Ziehl-Abegg ist zwar nicht für den Rettungseinsatz geeignet zeigt aber sehr deutlich die Möglichkeiten der Technik auf.

Als Einstiege wurden die Grundsätze der Wärmebildkamera erklärt, und an konkreten Fallbeispielen gezeigt welche Fehler sich für den Atemschutzgeräteträger im Einsatz einschleichen können.

Ebenso um zu Veranschaulichen welche Fortschritte die Technik heutzutage macht, hatte Wolfgang Hornung die alte, bereits ausgemusterte Kamera zum Vergleich mit dem heutigen Modell (MSA Auer Evolution 5200) gezeigt. -Übrigens damals die einzige Wärmebildkamera bei einer Feuerwehr des Hohenlohekreis. Eine wesentlich Erleichterung gegenüber dem alten Modell hinsichtlich der Größe und des Gewichtes machte dem Atemschutzgeräteträger spätestens hier klar, dass der Fortschritt auch sinnvoll sein kann.

Nach dem durchsprechen der Einsatzgrundsätze und den Einsatzgrenzen hatte man die Kamera an einen Fernseher angeschlossen, hier konnte jetzt jeder Atemschutzgeräteträger das Bild, das normalerweise nur auf einem kleinen Monitor an der Kamera sichtbar ist, direkt auf sich wirken lassen. Man merkte schnell,

dass es zum Beispiel nicht möglich ist Wärmequellen hinter einer Glasscheibe zu lokalisieren da normale Glasscheiben wie ein Spiegel für Wärmestrahlung wirken.

Im praktischen Teil wurden einige Übungen durchgeführt, zum Beispiel das lokalisieren von Wasserleitungen in Wänden, sowie das Ermitteln der Temperatur im Innern einer angezündeten Grillkohle. Hierbei konnten die Teilnehmer das vorher theoretisch erlernte in die Praxis umsetzen, und machten sich mit dem nicht alltäglichem Gerät vertraut.

Nach 2,5 Stunden war der Unterricht beendet, und danach gab es noch allerlei Diskussionsthema rund um das Thema „Wärmebildkamera“. Alle Beteiligten waren sich auch dieses Mal wieder im Klaren ihre Freizeit sinnvoll für das Wohle der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Künzelsau eingesetzt zu haben.