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13.03.05 21:20 Alter: 13 yrs

Atemschutzgeräteträger in Künzelsau ausgebildet

Kategorie: Gesamt

Von: Philip Hollmann

59 Atemschutzgeräteträger aus dem gesamten Hohenlohekreis legten in Künzelsau den letzten Teil ihrer Atemschutzausbildung ab.

Zittrige Hände hatte fast jeder zukünftige Atemschutzgeräteträger, der am vergangenen Samstag eine Einsatzübung im eigens dafür aufgestellten Brandübungscontainer auf dem Hof der Feuerwache Künzelsau absolvieren durfte. Dieser Brandübungscontainer ist ein speziell ausgebauter Sattelzuganhänger mit drei verschiedenen Brandräumen und insgesamt sechs propangasbetriebenen Brandstellen, welche zur Simulation von realitätsnahen Brandherden dienen.

Über eine Luke auf dem Dach des Anhängers ging es über eine Wendeltreppe - wo einem gleich eine Stichflamme entgegenkam - in den Container hinein. Von einem Ausbilder begleitet, mussten die jeweils in Zweier-Trupps arbeitenden Feuerwehrmänner - selbstverständlich unter Atemschutz - sich auf eine für sie völlig neue Situation einstellen: Zum ersten Mal standen sie hoch lodernden Flammen innerhalb eines geschlossenen Raumes entgegen. So brannten zum Beispiel ein Verteilerkasten, ein Regal oder auch eine Rohrleitung einer nachgebildeten chemischen Anlage - selbst ein sogenannter Flash-Over konnte mit Hilfe der Gasbefeuerung simuliert werden. Ein Flash-Over tritt in der Realität dann auf, wenn sich die unter der Decke befindlichen, bei einer Verbrennung freiwerdenden Rauchgase explosionsartig entzünden. Die im Container auftretenden Temperaturen von bis zu 350 Grad spürte man selbst noch unter den dicken, vor Hitze schützenden Einsatzjacken - bei einem "echten" Flash-Over können diese Temperaturen jedoch noch deutlich größer sein.

Mit den zuvor in der Ausbildung erlernten Löschtechniken mussten die Brandherde dann gelöscht werden - was sich nicht immer einfach gestaltete. Erst bei einem richtig durchgeführten Löschversuch wurden die Flammen, welche durch einen Kommandostand gesteuert wurden, heruntergeregelt. Der sich mit im Container befindliche Ausbilder gab während des 15minütigen Durchgangs jedoch entsprechende Hinweise und Tipps zur richtigen Brandbekämpfung, sodass jeder Löschversuch auch wirklich zum Erfolg führte.

Diese Einsatzübung im Brandübungscontainer ist seit Anfang 2004 ein notwendiger Pflichtteil für jeden neu ausgebildeten Atemschutzgeräteträger und stellt den Abschluss der Atemschutzgeräte-Ausbildung dar. Durch das Löschen von echten Feuern und die Gewöhnung an die enorme Temperatur in einem Brandraum soll die insgesamt 25 Stunden umfassende Ausbildung den Feuerwehrmann noch besser auf einen realen Einsatz vorbereiten.

Der Brandübungscontainer wurde speziell für diesen Zweck von einer Firma angemietet, die Ausbildung einschliesslich der Bedienung der Brandstellen innerhalb des Containers wurde von fünf Ausbildern sowie acht Helfern durchgeführt, größtenteils Angehörige der Feuerwehr Künzelsau.