13.03.11 16:12 Alter: 7 yrs

Dehnfugenbrand beschäftigt Feuerwehr über 2 Tage

Kategorie: Gesamt

 

In einem Mehrfamilienhaus im Ortsteil von Künzelsau kam es am frühen Donnerstagabend zu einer unklaren Rauchentwicklung. Ein Handwerker meldete dass aus mehreren Steckdosen Rauch quellen würde. Die Löschgruppe Künzelsau wurde von der Leitstelle Hohenlohe alarmiert.

Die Wände in den entsprechenden Wohnungen wurden mittels der Wärmebildkamera kontrolliert. Kurze Zeit später drang auch leichter Rauch aus dem Dachgeschoss. Hier wurde mittels DLK 23/12 kontrolliert. Parallel dazu wurde auf der Hausrückseite an der Dehnfuge zwischen beiden Gebäuden eine erhebliche Wärmestrahlung festgestellt. Ein paar Stunden zuvor hatten hier Handwerke Teerpappe verschweißt. Vermutlich gelang dadurch das Isoliermaterial in der Dehnfuge zum Glimmen.

 

Die Wände beider angrenzender Wohnzimmer wurden ebenfalls mit der Wärmebildkamera kontrolliert.

Ebenso die darüber liegenden Wohnungen. Hier war noch keine direkte Wärmestrahlung zu spüren. Die Dehnfuge wurde auf der Gebäuderückseite mittels Bohrhammer geöffnet und Glutnester mit diversen Werkzeugen aus der Fuge geschafft. Hierdurch wurden immer wieder Glutnester freigelegt. Zusätzlich wurde die Fuge immer wieder mit dem Schenllangriff des LF 20/16 gespült um die Temperaturen zu senken. Gegen 20 Uhr wurden dann die meisten Einsatzkräfte aus dem Einsatz herausgelöst. Ein Tanklöschfahrzeug mit 6 Mann wurde zur Brandwache vor Ort beordert. Kurze Zeit später wurde wieder eine erhebliche Rauchentwicklung von mehreren Bewohnern gemeldet. Unter Absprache mit dem Kreisbrandmeister wurde von der FF Öhringen ein Tanklöschfahrzeug mit CO2 Löschanlage an die Einsatzstelle beordert. In der Wohnung im 2 OG wurden mit Hilfe des Bohrhammers Löcher in die Wand gebohrt. Mit einer Löschlanze wurde dann das CO2 in die Fuge eingebracht. Die Löcher wurden anschließend wieder mit Bauschaum verschlossen um den Glutnestern zusätzlich die Luftzufuhr zu nehmen. Kurze Zeit später konnte eine erhebliche Verbesserung der Lage festgestellt werden. Das Fahrzeug der FF Öhringen wurde aus dem Einsatz wieder herausgenommen, und die FF Künzelsau beendete den Einsatz kurze Zeit später ebenfalls. Kurz darauf wurde wieder eine erhebliche Rauchentwicklung gemeldet. Wieder wurde dies kontrolliert und das Sonderlöschmittel der FF Öhringen nochmals angefordert. Der Einsatz zog sich noch bis zum 11.03.2011 um ca. 04.00 Uhr hin.

 

Am Morgen des 11.03.2011 wurde die Einsatzstelle vom Stadtbrandmeister und Kreisbrandmeister kontrolliert. Hier wurde wiederum eine Zunahme der Temperaturen in der Wand und Rauch unterhalb des Daches festgestellt. Nochmals wurden die FF Künzelsau alarmiert. Der Dachbereich wurde abermals mit DLK und Wärmebildkamera kontrolliert. Es konnten aber hier keine Wärmequellen lokalisiert werden. Die Mannschaft des LF 20/16 bliebe noch gewissen Zeit vor Ort. Kontrolliert nochmals die Wohnungen und beendeten den Einsatz kurze Zeit später. Gegen Mittag des 11.03.2011 kam es wiederum zur Rauchentwicklung. Der Rüstwagen kam mit 3 Kameraden vor Ort. Teil einer Wand wurden zur Kontrolle wieder mit Bohrlöchern versehen. Gegen Abend wurde dann wiederum das TLF 24/50 der FF Öhringen mit Sonderlöschmittel alarmiert. Die Wärme nahm wieder spürbar zu.

Um zusätzliches CO2 vor Ort zu haben wurde die BF Heilbronn mit AB-Sonderlöschmittel zur Einsatzstelle beordert. CO2 wurde wieder in die vorhandenen Bohrlöcher eingebracht. Nachdem nochmals ein größeres Sichtfenster in eine momentan unbewohnte Wohnung mit dem Bohrhammer geschaffen worden war und das Material mit den Kameraden der BF Heilbronn kontrolliert wurde, entschied man sich unter zu Hilfe nahmen 2er Küberlspritzen die Löcher und somit die Fuge und das Dämmmaterial zu fluten. Es wurden noch weiter Löcher gebohrt um die ganze Breite der Wand abdecken zu können. Dem Wasser wurde etwas Schaummittel hinzugegeben um dem Wasser die Oberflächenspannung zu nehmen und somit konnte das Wasser auch in das Dämmmaterial eindringen. In der darunter liegenden Wohnung wurde ständig die Wärme kontrolliert und letztendlich eine erhebliche Verbesserung festgestellt werden. Die Kameraden der BF Heilbronn lösten sich kurze Zeit später aus dem Einsatz heraus. Für die FF Künzelsau war der Einsatz am Freitag den 11.03.2011 um ca. 22.45 Uhr beendet. Am Morgen des 12.03.2011 wurde die Einsatzstelle nochmals vom Stadtbrandmeister kontrolliert. Bisher konnte keine weitere Ausbreitung festgestellt werden.